Eine Immobilie innerhalb der Familie verkaufen

Wenn eine Immobilie innerhalb einer Familie bleiben soll, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Neben einer Schenkung oder dem Vererben der Immobilie ist auch der Verkauf an ein Familienmitglied denkbar. Dieser kann bestimmte Vorteile mit sich bringen. Hier erfahren Sie, auf was Sie bei einem Immobilienverkauf innerhalb der Familie achten sollten.

Glückliche Eltern halten Tochter im Arm, an die sie ihr Haus verkauft haben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Verkauf einer Immobilie an ein Familienmitglied kann unter bestimmten Bedingungen sinnvoll sein, zum Beispiel um spätere Erbschaftsstreitigkeiten zu vermeiden.
  • Wird eine Immobilie von Eltern an Kinder oder von Großeltern an Enkel verkauft, entfällt die Grunderwerbssteuer.
  • Wird eine Immobilie an ein Familienmitglied in ungerader Linie verkauft, muss zwar Grunderwerbssteuer gezahlt werden, aber diese kann durch das Einräumen eines Nießbrauchrechts gemindert werden.
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1. Warum kann der Immobilienverkauf innerhalb einer Familie sinnvoll sein? 

Vor allem ältere Menschen denken darüber nach, was mit ihrem Wohneigentum geschehen soll, wenn sie nicht mehr darin leben können. Zwar ist die Erbfolge in Deutschland gesetzlich geregelt, jedoch können manche Personen Gründe dafür haben, dass diese nicht eingehalten werden soll. Vor allem wenn es mehrere Kinder gibt, kann es bei Vererbung oder Schenkung zu Streitigkeiten innerhalb einer Familie kommen. Durch den Verkauf der Immobilie an eines der Kinder kann dies umgangen werden. Weitere Gründe für den Immobilienverkauf innerhalb der Familie können die folgenden sein:

  • Der Besitzer benötigt das Geld, um in ein Seniorenheim oder eine altersgerechte Wohnung umziehen zu können.
  • Die Erbschafts- oder die Schenkungssteuer sollen gespart werden.

2. Welche Punkte sollten beim Verkauf einer Immobilie innerhalb der Familie beachtet werden?

Wie jeder Immobilienverkauf muss auch der Verkauf eines Hauses oder einer Wohnung innerhalb einer Familie gründlich überdacht und geplant werden. So ist beispielsweise zu überlegen, ob der ehemalige Besitzer die Immobilie im Rahmen eines Nießbrauchs weiterhin bewohnen wird, nachdem diese in das Eigentum eines Familienmitglieds übergegangen ist. Ein eventueller Sanierungs- und Reparaturbedarf muss ebenso geklärt werden wie die Höhe des Kaufbetrags und die Zahlungsmodalitäten

 

Der künftige Eigentümer sollte zudem bedenken, dass durch den Immobilienbesitz verschiedene Ausgaben auf ihn zukommen. Ist der Besitz mit zusätzlichen Einnahmen durch eine Vermietung verbunden, erhöht sich zudem die Einkommenssteuerbelastung.

 

 

3. Welche steuerlichen Bedingungen gelten beim Verkauf einer Immobilie innerhalb einer Familie?

Ein entscheidender Vorteil gegenüber einer Schenkung oder dem Vererben besteht darin, dass für das gekaufte Objekt später keine Schenkungs- oder Erbschaftssteuer erhoben werden kann. Allerdings würde im Fall einer Schenkung die Steuer sowieso entfallen, wenn der Besitzer diese für mindestens zehn Jahre selbst bewohnt hat und die Wohnfläche nicht mehr als 200 Quadratmeter beträgt. Außerdem gelten sowohl bei der Erbschafts- als auch bei der Schenkungssteuer Freibeträge, die umso höher liegen, je näher der Besitzer und das Familienmitglied, das die Immobilie erhalten soll, miteinander verwandt sind.

 

Eine weitere Steuer, die bei der Übertragung von Immobilien anfällt, ist die Grunderwerbssteuer. Beim Verkauf an Verwandte ersten Grades, also von den Eltern an die Kinder oder umgekehrt, wird diese nicht erneut erhoben. Anders sieht es jedoch aus, wenn der Käufer nicht in gerader Linie mit dem Verkäufer verwandt ist, wie zum Beispiel beim Verkauf unter Geschwistern. Wird dem Verkäufer ein Nießbrauchrecht eingeräumt, reduziert dies die Grunderwerbssteuer jedoch.

 

Zu beachten: Bei dem Verkauf einer Immobilie an ein Familienmitglied muss ein realistischer Preis angesetzt werden. Ist der Verkaufspreis nämlich unangemessen gering, geht das Finanzamt unter Umständen von einem Scheingeschäft aus.

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