Welche Modernisierungsmaßnahmen erhöhen den Immobilienwert

Bevor Sie Ihre Immobilie auf den Markt stellen, sollten Sie überlegen, ob Sie mit Modernisierungsmaßnahmen eine Wertsteigerung erreichen können. Insbesondere die Verbesserung der Energiebilanz und die Erhöhung der Lebensqualität durch eine modernere Ausstattung sind beliebte Maßnahmen. Hier erfahren Sie, ob Sanierung oder Modernisierung für Sie infrage kommt und wie Sie eine erreichte Wertsteigerung überprüfen können.

Modernisierungsmaßnahmen bei einem Altbau-Loft

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Sanierung beugt Wertverlust vor, während eine Modernisierung zu Wertsteigerung der Immobilie führen kann
  • Nicht alle Modernisierungsmaßnahmen lohnen sich, weshalb Sie vorher mithilfe unseres gratis Immobilienrechners eine Einschätzung vornehmen sollten.
  • Insbesondere Maßnahmen zur energetischen Effizienz einer Immobilie sind sehr beliebt und fast immer wertsteigernd.
  • Eine abschließende Prüfung des aktuellen Marktwertes geht am besten mit einem Verkehrswertgutachten.

1. Sanierung oder Modernisierung – wo liegt der Unterschied?

Umfragen belegen, dass in Deutschland jeder vierte Immobilienbesitzer daran interessiert ist, in den kommenden Jahren in energiesparende Maßnahmen wie eine Dämmung oder einen Heizungsaustausch zu investieren. Dies ist vor allem in Altbauten relevant, denn so lässt sich schnell bis zu einem Drittel der Energiekosten sparen. Auch eine Erneuerung von Bad oder Küche sowie der An- oder Ausbau der Immobilie sind beliebte Maßnahmen, die sich häufig positiv auf den Marktwert auswirken.

 

Es gilt zunächst einmal, zwischen Maßnahmen zur Instandhaltung und zur Modernisierung zu unterscheiden. Den Unterschied können Sie sich so merken:

 

  • Sanierung („Heilung“) des Hauses: Instandhaltung und Instandsetzung, um Funktion und Gebrauchsfähigkeit wiederherzustellen
  • Modernisierung: Zeitgemäße Ausstattung oder ein „Upgrade“, um das Haus auf den neuesten Stand zu bringen und seinen Wert zu steigern

 

Grundsätzlich gilt es, dass die Sanierung vor dem Verkauf in den meisten Fällen nötig ist. Manchmal handelt es sich nur um Schönheitsreparaturen wie einen neuen Anstrich, manchmal müssen aber auch lose Dachziegel oder Risse im Mauerwerk behoben werden. Insbesondere bei älteren Gebäuden kommen Sie um die Sanierung nicht herum. Hier geht es jedoch nicht darum, den Gebäudewert zu erhöhen. Sie investieren nur darin, einen vorzeitigen Wertverlust zu verhindern. Denn schließlich möchten Käufer in ein Haus einziehen, das sich in gutem Zustand befindet.

 

Viele Immobilienverkäufer entscheiden sich dazu, zeitgleich mit den Sanierungsarbeiten eine Modernisierung in Auftrag zu geben. Diese kann zum Beispiel in einer Wärmedämmung oder in einer verbesserten Ausstattung bestehen und trägt dazu bei, den Wert des Hauses teils deutlich zu erhöhen. Mehr dazu, wie Sie Ihre Immobilie optimal im Exposé darstellen, lesen Sie hier.

2. Welche Modernisierungsmaßnahmen lohnen sich?

Da Sanierungsmaßnahmen bei älteren Häusern ein Muss sind, konzentrieren wir uns nun auf die Modernisierungsmaßnahmen. Denn nicht alle wirken sich im gleichen Maße positiv auf den Wert der Immobilie aus. Hinzu kommt, dass die Prioritäten Ihrer Zielgruppe sich je nach der Lage am Immobilienmarkt verändern können. Derzeit (2019) sind die folgenden Maßnahmen sehr beliebt:

 

  • Modernisierte Bäder
  • Großzügige Grundrisse
  • Hochwertiger Innenausbau (Parkett oder Naturstein)
  • Energetische Maßnahmen (Einbau einer modernen Heizung)

 

Aber auch Extras wie ein Balkon, ein Garten oder ein ausgebauter Keller bzw. ein ausgebautes Dachgeschoss haben in vielen Fällen einen steigernden Einfluss auf den Kaufpreis Ihrer Immobilie. Beachten Sie, dass Sie vor Beauftragung genau berechnen sollten, ob Sie nach den Investitionen in die Maßnahme nach wie vor einen Gewinn erwarten können. Dies ist zum Beispiel bei einer neuen Fußbodenheizung nicht unbedingt der Fall, bei der Installation von Solarthermie hingegen beinahe garantiert.

 

Besonders beliebt sind angesichts steigender Energiekosten Immobilien mit einer hohen Energieeffizienz. Mieter legen viel Wert auf die Angaben im Energieausweis sowie auf die zu erwartenden Nebenkosten. Indem Sie einen Verbrauchsausweis erstellen lassen, erhalten Sie aus erster Hand Experteninformationen darüber, welche energetischen Modernisierungsmaßnahmen sich für Ihre Immobilie lohnen. Außerdem gibt es viele Fördermöglichkeiten für diese Art von Maßnahmen, sodass Sie teils nur geringe Kosten haben.

Beispiel: Fußbodenheizung nachrüsten

Grundsätzlich hat eine Fußbodenheizung viele Vorteile: Sie wärmt den Raum gleichmäßig und nicht nur punktuell auf, hat eine geringe Vorlauftemperatur, ist quasi unsichtbar und weist eine hohe Energieeffizienz auf. Bei Neubauten ist sie daher unbedingt empfehlenswert. Eine Fußbodenheizung nachträglich einzubauen ist bei älteren Bestandsimmobilien dagegen nicht immer lohnenswert:

 

  • Ist das Gebäude nicht ausreichend gedämmt, verliert die Fußbodenheizung ihren Effekt und es muss zusätzlich mit Heizkörpern geheizt werden. 
  • Es können umfangreiche bauliche Maßnahmen notwendig sein, um insbesondere für die nötige Dämmung nach unten zu sorgen – etwa im Erdgeschoss.
  • Die Statik alter Gebäude lässt das Nachrüsten einer Fußbodenheizung nicht immer zu.
  • Die Aufbauhöhe beträgt mehrere Zentimeter, das kann an Türabschlüssen Probleme bereiten.

 

Hinzu kommen die Kosten für das Nachrüsten einer Fußbodenheizung: Beim Trockensystem, das für Nachrüstungen am besten geeignet ist, fallen Kosten von bis zu 60 Euro pro Quadratmeter an. Hinzu kommen Kosten für die Dämmung, einen neuen Bodenbelag und die Entsorgung alter Heizkörper. So kann der nachträgliche Einbau schnell bis zu 20.000 Euro für ein Einfamilienhaus betragen. 

 

Tipp: Sinnvoller kann es dann sein, die gesamte Heizung nachzurüsten. Denn je nachdem, welche Heizung Sie wählen (z. B. Wärmepumpe nachrüsten, Solarthermie nachrüsten), können Sie von Förderungen profitieren und so bei der Modernisierung Geld sparen.

4. Wie kann ich die Wertsteigerung überprüfen?

Um genaue Zahlen zur erwarteten Wertsteigerung zu erhalten, empfehlen wir Ihnen, unsere Online-Immobilienbewertung zu nutzen. Diese hilft Ihnen kostenlos dabei, abzuschätzen, welchen Wertzuwachs Maßnahmen wie eine verbesserte Dämmung, ein Heizungswechsel oder ein Fenstertausch realistischerweise bedeuten. Unser Rechner greift auf eine Datenbank mit Millionen von vergleichbaren Immobilien zu, um Ihnen eine möglichst präzise Zahl zu nennen. Dennoch handelt es sich um keine Garantie.

 

In vielen Fällen ist es darüber hinaus hilfreich, ein Verkehrswertgutachten in Auftrag zu geben. Dafür beauftragen Sie einen Sachverständigen, der alle Besonderheiten einer Immobilie berücksichtigt. So erhalten Sie einen noch genaueren Eindruck als bei der Online-Wertermittlung, denn diese kann die Begehung vor Ort nicht ersetzen. Sie sollten mit Kosten von über 1.000 Euro rechnen. Die Investition in das Gutachten lohnt sich jedoch, da das Dokument ohne Zweifel den hohen Standard und den Marktwert Ihrer Immobilie bescheinigt.

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