25.01.2019

Immobilienalarm! – steigende Nachfrage trifft auf maximale Preise

München ist und bleibt die teuerste Stadt für Mieter und Immobilienkäufer

Mieten und Kaufpreise sind zum Unmut vieler deutscher Familien im letzten Jahr erneut gestiegen, wodurch zahlreiche Kaufinteressierte und Mieter den nächsten Rückschlag erleiden. Das politische Erfolgsmodell der Mietpreisbremse scheint beinahe wirkungslos, denn auch die Mieten sind erbarmungslos gestiegen. Ist dies die Folge gesellschaftlicher Ignoranz oder einfach nur ein verkatertes Spiel?

Das Wohnen wird teurer

Nachdem auch 2017 die Kaufpreise für deutsche Immobilien um 9,5 Prozent gestiegen sind, ist ein weiterer Anstieg über 11,4 Prozent wahrlich kein Erfolg für die Politik. Auch wenn sich eine derart erdrückende Entwicklung im Bereich der Mieten nicht beobachten lässt, ist selbst dabei ein Anstieg von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erkennbar. Immerhin entwickelt sich der Trend damit ein wenig zurück, vom vereinbarten Ziel der Mietreduktion sind die Verantwortlichen allerdings dennoch weit entfernt. Die Zahlen täuschen allerdings, da in ihnen auch die für Vermieter häufig lästigen Altverträge inbegriffen sind. Ein Blick auf die Preiserhöhung im Bereich der Neuverträge zeigt, dass sich der Wert allein in Berlin trotz einer rot-rot-grünen Regierung im letzten Jahr um 6,4 Prozent erhöht hat. Grund dafür sind zahlreiche Modernisierungen, die Bestandsmieter zur Umrüstung zwingen und alte Mietverträge aufkündigen. Die Folge sind neue Verträge, die für zahlreiche Bestandsmieter völlig inakzeptabel und deutlich teurer als zuvor ausfallen.

Der Osten bleibt günstiger

Seit längerer Zeit ist auf dem Wohnungsmarkt allerdings erkennbar, dass sich eine Spaltung zwischen beliebten und unbeliebten Wohngegenden entwickelt hat. Tendenziell sind dabei Großstädte besonders vom Häuser- und Wohnungswarn betroffen, wodurch sich die Mieten entsprechend der hohen Nachfrage ebenfalls steigern. Dabei sind vor allem Hamburg und München zu nennen, da die hohen Mietpreise an diesen Standorten für viele Menschen längst schon zu einer Existenzbedrohung geworden sind. Positive Nachrichten gibt es allerdings bezüglich der Mietpreise im östlichen Teil Deutschlands. Abgesehen von Berlin halten sich die Miet- und Kaufpreise auch in den großen Städten Sachsens oder Sachsen Anhalts relativ konstant. Ein Grund dafür ist allerdings auch die Abwanderung vieler Ostdeutscher in die westlichen Bereiche und Großstädte, da diese Orte bis heute für Unternehmen und Arbeitsplätze einen fruchtbareren Boden bieten. Aus der Sicht der Neumieter in östlichen Stadt- und Landgebieten ist dieser Effekt allerdings durchaus positiv.

Günstigeres Wohnen auf dem Land

Wer sich bewusst für den ländlichen Bereich entscheidet, verzichtet grundsätzlich zwar auf viele Dinge des täglichen Großstadtservices, profitiert allerdings von einer ruhigeren Atmosphäre und günstigeren Mieten. Die Überfüllung deutscher Großstädte hat auch im letzten Jahr wieder dazu geführt, dass mehr Menschen in ländliche Gegenden gezogen sind als in Großstädte, da die dortigen Mieten für den Durchschnittsbürger kaum bezahlbar sind. Anhand des deutschen Immobilienindex ist der Grund für diesen Umschwung sehr deutlich, da die Kurve in den letzten 5 Jahren um mehr als 30 Prozent angestiegen ist. Einen derartigen Anstieg der Wohnungspreise hat es seit Beginn der Preiserfassung noch nicht gegeben, weshalb der Schritt raus aus der Stadt für viele Menschen eine durchaus realistische Option darstellt.

Der Immobilienmarkt der nächsten Jahre – ein kleiner Ausblick

Unter Berücksichtigung der Überalterung Deutschlands wird sich die Wohnsituation voraussichtlich in den kommenden Jahren ein wenig verbessern, Häuser und Wohnungen in den Ballungsräumen bleiben allerdings mit Sicherheit äußerst beliebt. Im Bereich der Spaltung zwischen einem östlichen und einem westlichen Wohngebiet sind aller Voraussicht nach vorerst keine Änderungen zu erwarten, da Arbeit und Erfolg in einer sich immer weiter entwickelnden Leistungsgesellschaft für viele Menschen wichtiger sind als günstige Miet- und Kaufpreise. Eindeutig wird: Es müssen günstigere Alternativen entstehen. Es muss mehr gebaut werden. Tut sich auch in den nächsten Jahren keine Veränderung hervor, werden preiswerte Häuser und Wohnungen im Ballungsraum Großstadt sehr bald zu reiner Illusion.