Vermieter trägt in der Regel Maklergebühr bei Mietwohnung

Maklerprovision: Bestellerprinzip jetzt in Kraft

Maklerprovision steuerlich absetzbar, Maklercourtage Miete Höhe

Änderung der Maklerprovision: "Wer bestellt, der bezahlt"

Gesetzesänderung zur Maklerprovision: Das "Bestellerprinzip" entscheidet, wer den Makler bei der Vermittlung der Wohnung bezahlt – in Zukunft meist der Vermieter.

Gut zu wissen

  • Durch das Bestellerprinzip zahlt in der Regel der Vermieter die Maklerprovision.
  • Die Maklerprovision ist für Vermieter steuerlich absetzbar.
  • Mit einem Makler sparen Sie Zeit und gewinnen Sicherheit bei der Auswahl solventer Mieter. Unser Service: Wir empfehlen Ihnen einen guten Makler in Ihrer Region.

 

Wollen Sie verkaufen?
Infos dazu auf unserer Seite Maklerprovision beim Verkauf.

Teil 1
Maklerprovision Vermietung: Wer zahlt? 

Alte Regelung bis Juni 2015
Nach bisherigem Recht konnte der Vermieter einen Makler beauftragen – die Provision von bis zu 2,38 Kaltmieten musste aber immer der zukünftige Mieter zahlen.

Seit 1. Juni 2015: Bestellerprinzip
Die gesetzliche Änderung durch das Bestellerprinzip besagt, dass zukünftig derjenige, der den Makler beauftragt hat, ihn auch bezahlen muss. Nach der neuen Regelung werden in vielen Fällen nicht mehr die Mieter, sondern die Vermieter mit der Maklercourtage belastet.

Das Bestellerprinzip im Detail

    • Durch das Bestellerprinzip wird meistens der Vermieter die Kosten für die Maklerprovision tragen. Mieter müssen die Courtage nur zahlen, wenn sie den Makler in Textform beauftragt haben und ihnen die Wohnung exklusive angeboten wird.

    • Nein, der Verkauf ist nicht von Bestellerprinzip betroffen, d. h. hier gelten unterschiedliche Vereinbarungen, welche Partei die Provision zahlen muss. Mehr Details finden Sie auf unserer Seite Maklerprovision beim Verkauf.

    • Ziel der Bundesregierung ist es, Mieter bei der Wohnungssuche finanziell zu entlasten. Schon seit Jahren wurde von verschiedenen Seiten die gerechte Anpassung der Provisionszahlung zugunsten der Mieter gefordert. Nach der Novellierung zahlt derjenige Courtage, der von der Dienstleistung des Maklers profitiert – meistens der Vermieter.

    • Das Mietnovellierungsgesetz (MietNovG), welches durch das Bundeskabinett am 1. Oktober beschlossen wurde, ist die rechtliche Grundlage für das Bestellerprinzip.
      Das Novellierungsgesetz beinhaltet auch die „Mietpreisbremse“, eine Maßnahme gegen weitere Mietpreissteigerungen. Es ist am 27. März vom Bundesrat verabschiedet worden und zum 1. Juni 2015 in Kraft getreten.

      • Maklerverbände erwarten eine Wettbewerbsverschärfung zwischen den Maklerunternehmen und sogar eine Marktbereinigung innerhalb der Maklerbranche.
      • Häufig und speziell in gefragten Großstadtlagen werden Vermieter verstärkt selbst die Mietersuche übernehmen.
      • Viele Makler werden ihre Serviceleistungen weiter ausbauen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
      • Nur fachkundigen Maklern werden langfristig gute Geschäftsaussichten zugesprochen. Auch der Koalitionsvertrag der Regierungsparteien spricht erstmals von einem Fachkundenachweis für Makler: Ziel ist die Schaffung einheitlicher Standards für Immobilienmakler.
      • Aufgrund des verstärkten Wettbewerbs werden die Maklergebühren möglicherweise sinken – insbesondere bei leicht vermittelbaren Wohnungen.
    • Für angespannte Wohnungsmärkte werden Mieterhöhungen zwischen 4 und 7 Prozent prognostiziert, wenn die Vermieter die von ihnen zu zahlenden Maklergebühren durch Mieterhöhungen auszugleichen versuchen.

    • In angespannten Märkten mit extremer Nachfrage kann sich ein „schwarzer Wohnungsmarkt“ bilden. Für begehrte Wohnungen könnten Vermieter „Ausgleichszahlungen“ oder Sachleistungen von Mietinteressenten verlangen.

    • Durch die Mietersuche der Eigentümer in Eigenregie wird die Zahl der Suchanzeigen deutlich zunehmen. Allerdings wird die Aussagekraft und Qualität der Anzeigen vielfach geringer ausfallen – dies gilt auch für Exposés. Unprofessionelle Fotos und Objektbeschreibungen werden die Entscheidungsgrundlagen von Mietinteressenten verschlechtern. Dies kann eine niedrigere Nachfrage nach Wohnungsangeboten auslösen und damit für Mietpreisrückgänge sorgen.

      Aber auch das Wohnungssuchverhalten von Mietern wird sich ändern und sie werden häufiger selbst inserieren. Vermieter können durch gezielte Suche nach neuen Mietern im Anzeigenmarkt die Vorauswahl direkt treffen und so den Aufwand minimieren.

Teil 2
Für VERMIETER: Was gilt es zu wissen?

Als Vermieter sollten Sie trotz der Neuregelung des Bestellerprinzips die Vorteile der Beauftragung eines Maklers zur Wohnraumvermietung bedenken. Er kennt sich im Mietrecht aus und hat die nötige Erfahrung in Vermarktungsmöglichkeiten. Wenn Sie einen Makler mit der Vermittlung Ihrer Wohnung beauftragen, wird er Ihnen in der Regel ein Komplettangebot zum Festpreis machen.

Änderungen durch das Bestellerprinzip für Vermieter

Vermieten mit Makler - Ihre Vorteile
  • Spart Zeit & Mühe!
    Ein guter Makler übernimmt die zeitaufwendige Mietersuche vor Ort.
  • Mehr Sicherheit!
    Ein guter Makler prüft die Bonität potenzieller Mieter.
  • Top Mietvertrag!
    Ein guter Makler garantiert rechtssichere Mietverträge.

Unser Service: Wir empfehlen Ihnen einen guten Makler in Ihrer Region.

Teil 3
Für MIETER: Was gilt es zu wissen?

Für Mieter entfällt durch das Bestellerprinzip zukünftig die Maklerprovision unabhängig davon, ob eine Wohnung vom Makler oder Eigentümer angeboten wird. Wohnungssuchende können nur hoffen, durch das Bestellerprinzip tatsächlich die gewünschte finanzielle Entlastung zu erhalten.
Denn auch wenn die Neuregelung besagt, dass Mieter den Makler nur noch zahlen müssen, wenn sie ihn beauftragen, können Provisionskosten auf die Miete umgelegt werden.
Die meisten Immobilienfachleute prognostizieren steigende Mieten bei Neuvermietung, da Vermieter die Provision umlegen werden.

Änderungen durch das Bestellerprinzip für Mieter

    • Sie müssen nur Provision zahlen, wenn Sie selbst den Makler mit der Suche nach einer passenden Wohnung beauftragen. Der Vermittlungsauftrag muss in textlicher Form erteilt werden. Zahlungsbedingung ist, dass Ihnen die Wohnung exklusive angeboten wird, d. h. der Makler muss die Wohnung nur für Sie finden und diese nicht schon im Bestand haben. Wenn Sie auf Immobilienportalen nach Wohungen suchen, fällt dementsprechend bei den angebotenen Objekten keine Maklerprovision mehr an. In der Praxis wird durch das Bestellerprinzip meistens der Vermieter die Kosten für die Maklerprovision tragen.

    • Der Makler darf von Ihnen als Mieter nach wie vor maximal zwei Nettokaltmieten plus Mehrwertsteuer verlangen (§ 3 WoVermRG).
      Bei Vermietern gilt diese Begrenzung bei der Provisionshöhe nicht.

    • Es ist fraglich, ob Mieter durch die Einführung des Bestellerprinzips tatsächlich entlastet werden. Viele Vermieter werden voraussichtlich anderen Möglichkeiten suchen, die von ihnen zu entrichtenden Maklergebühren den Mietern aufzubürden. Wenn die Courtage auf die Miete umgelegt wird, können Mieter dauerhaft sogar stärker belastet werden. Durch die zeitgleich eingeführte „Mietpreisbremse“ kann die Miete in Regionen mit angespannten Wohnungsmärkten aber nicht unendlich angehoben werden.

    • Für angespannte Wohnungsmärkte werden Mieterhöhungen zwischen 4 und 7 Prozent prognostiziert, wenn die Vermieter die von ihnen zu zahlenden Maklergebühren durch Mieterhöhungen auszugleichen versuchen.

      • Vermieter können die Maklercourtage auf die Miete umzulegen (legal).
      • Vermieter könnten überhöhte Ablösezahlungen für Einrichtungsgegenstände fordern, um sich die Provision auf Umwegen zurückzuholen (illegal).
      • Besichtigungstermine: Makler lassen Mietinteressenten unter Druck einen nachträglichen Vermittlungsvertrag unterschreiben, der sie zur Zahlung der Courtage verpflichtet. Nur so erhalten Mieter die Chance, die Wohnung zu bekommen. (illegal)
      • Zwei Makler arbeiten zusammen, einer für den Vermieter, einer für den Wohnungssuchenden, und schanzen sich gegenseitig die Aufträge zu. (illegal)
      • Vermieter bieten Ihre Wohnung auf versteckten Seiten im Internet an. (illegal)
      • Der Makler findet dann mithilfe des Vermieters das Angebot und gibt es an Mieter aus seinem Mieternetzwerk weiter. (illegal)
      • Alternativ: Um Maklergebühren in kurzen Zeitabständen zu vermeiden, können Wohnungseigentümer sich veranlasst sehen, mit dem Mieter einen Ausschluss des Kündigungsrechts für die ersten Mietvertragsjahre zu vereinbaren.
    • Wenn Sie als Wohnungssuchender glauben, dass Ihre Provisionszahlung zu Unrecht erhoben wurde, haben Sie nach geltendem Wohnraumvermittlungsgesetz das Recht, die gezahlte Provision oder versteckte Gebühr zurückzufordern. Es gelten die allgemeinen Vorschriften des BGB § 5 WoVermG. Der Erstattungsanspruch verjährt allerdings nach drei Jahren.

Teil 4
Für MAKLER: Was gilt es zu wissen?

Das Bestellerprinzip wird die Maklerbranche langfristig verändern.
Durch den steigenden Wettbewerb zwischen den Maklerunternehmen ist eine Marktbereinigung zu erwarten.

Auswirkungen des Bestellerprinzips auf Maklertätigkeiten

    • Durch das Bestellerprinzip wird meistens der Vermieter die Kosten für die Maklerprovision tragen. Mieter müssen nur Provision zahlen, wenn sie selbst den Makler in textlicher Form mit der Suche nach einer passenden Wohnung beauftragen. Zahlungsbedingung ist, dass Mietern die Wohnung exklusive angeboten wird.

    • Wichtig: der Kunde (Mieter & Vermieter) muss Sie in Textform beauftragen, sonst ist der Vermittlungsauftrag nicht rechtlich bindend.

    • Wenn viele Wohnungseigentümer aus Kostengründen auf einen Wohnungsmakler verzichten, können Maklerexistenzen gefährdet werden.
      Makler die schwerpunktmäßig im Vermietungsbereich aktiv waren werden sich zunehmend auf gefragte Serviceleistungen konzentrieren müssen um am Markt existieren zu können. Da der Kauf und Verkauf von Immobilien nicht von dem Bestellerprinzip betroffen ist, werden sich die Arbeitsbereiche von vielen Maklern in Richtung Immobilienbewertung und Verkaufsberatung verschieben.

    • Nur denjenigen Maklern werden langfristig gute Geschäftsaussichten zugesprochen, die ihre Kunden durch fachliche Qualität überzeugen. Auch der Koalitionsvertrag der Regierungsparteien spricht erstmals von einem Fachkundenachweis für Makler: Ziel ist die Schaffung einheitlicher Standards für Immobilienmakler. (Die Berufsbezeichnung Immobilienmakler ist bisher nicht geschützt und setzt auch keine bestimmte fachliche Ausbildung voraus.)

    • Viele Vermieter werden auch in Zukunft die Fachkenntnisse von Maklern schätzen und nicht auf die Zeitersparnis durch Makler verzichten wollen. Als Makler müssen Sie allerdings im Vermietungsbereich ihre Serviceleistungen erweitern um die Vorteile eines Maklers gegenüber einer Mietersuche in Eigenregie zu verdeutlichen.
      Ein wichtiger Aspekt in dem Segment ist die finanzielle Sicherheit. Sie können z. B. bei Ihren Leistungen die Bonitätsprüfung hervorzuheben, welche die Suche nach solventen Mietern erleichtert. Als Makler macht es Sinn, Vermietern in dem Zusammenhang eine Versicherung gegen Mietausfall anzubieten. Es empfiehlt sich, Komplettangebote als sogenannte „Sorglos Pakete“ zu fairen Preisen anzubieten.

    • Verstöße von Wohnraumvermittlern gegen das Bestellerprinzip stellen nach § 8 | 1 Nr. 1 WoVermG eine Ordnungswidrigkeit dar und werden mit einem Bußgeld geahndet. Dies kann in dem Fall bei einer Höhe von bis zu 25.000 EUR liegen.

Teil 5
Ist Maklerprovision für Mietwohnungen steuerlich absetzbar?

  • Vermieter können Maklergebühren von ihren Mieteinnahmen steuerlich absetzen.
  • Mieter dürfen gezahlte Maklergebühren als Teil der Umzugskosten steuerlich geltend machen, soweit der Umzug in eine neue Mietwohnung beruflich bedingt ist und die Höhe der Miete ortsüblich ist. Ein Umzug ist berufsbedingt, wenn
    • ein Arbeitnehmer wegen eines Arbeitgeberwechsels einen neuen Wohnsitz wählt,
    • ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber an einen anderen Tätigkeitsort versetzt wird oder
    • der Wohnungswechsel zu einer erheblichen Verkürzung des Arbeitsweges zum Arbeitsplatz führt. Erheblich ist eine Arbeitswegverkürzung bei einer Verringerung der täglichen Fahrten zum Arbeitsplatz um zumindest eine Stunde.
  • Die Absetzbarkeit der Maklergebühren setzt die Vorlage entsprechender Zahlungsbelege voraus.

Mehr Details über Steuervorteile finden Sie auf unserer Seite Steuern Vermietung.

Vermieten mit Makler - Ihre Vorteile
  • Spart Zeit & Mühe!
    Ein guter Makler übernimmt die zeitaufwendige Mietersuche vor Ort.
  • Mehr Sicherheit!
    Ein guter Makler prüft die Bonität potenzieller Mieter.
  • Top Mietvertrag!
    Ein guter Makler garantiert rechtssichere Mietverträge.

Unser Service: Wir empfehlen Ihnen einen guten Makler in Ihrer Region.

Bewerten Sie diese Seite

Auf Sterne klicken:

 
 
 
 
 
 
 
HintBewerten
 
 
 
 
 
 
  (11 Bewertungen 
80%)
1
5
4
 
Besucher dieser Seite interessierte auch
immobilie vermieten tipps, eigene immobilie vermieten tipps, haus, schlüssel

Immobilie vermieten: Tipps und Tricks

Die Vermietung der eigenen Immobilie stellt eine Herausforderung dar: Schon im Vorfeld müssen viele verschiedene... mehr

Mietpreis Haus berechnen, Mietpreisermittlung

Richtigen Mietpreis ermitteln

Wünschen Sie für Ihre Immobilie ein langfristig gutes Mietverhältnis oder maximale Rendite? Bei der Festlegung des... mehr

Bonitätscheck, zuverlässige Mieter finden, Schutz vor Mietausfall, Mieterbonität prüfen

Bonitätsprüfung Mieter

Eine rechtzeitige Überprüfung der Bonität von Mietern schützt vor späteren Zahlungsausfällen. Wie lässt sich die... mehr

mietvertrag vermieter, mietvertrag, mietvertrag vermieter beachten, tipps für vermieter mietvertrag

Was müssen Vermieter beim Mietvertrag beachten?

Zum Schutz des Eigentümers sollte ein Mietvertrag korrekt abgefasst sein. Für Vermieter gilt es, einige wichtige Tipps... mehr

Vorteile eines guten Maklers bei Vermietung?

Ein guter Makler bietet Sicherheit und Zeitersparnis bei der Mietersuche... mehr